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Michael Miss

Die im Rahmen der Corona Pandemie angeordnete Schließung der KFZ-Zulassungsstelle in Biedenkopf, hat in den letzten Wochen zu wachsendem Unmut und zahlreichen Beschwerden, sowohl von Privatpersonen, als auch bei örtlichen KFZ-Händlern und Gewerbetreibenden im Hinterland geführt. Eine Fahrt von 70-80 km aus dem Hinterland bis nach Marburg, für die Erledigung eines einfachen Verwaltungsvorgangs, egal ob Zulassung, Ab- oder Ummeldung eines KFZ oder Änderungen am Führerschein sind aus ökologischer Sicht äußerst fragwürdig und keinesfalls ein Zeichen für eine bürgernahe und kundenfreundliche Verwaltung.

Dies betrifft nicht nur die Stadt Biedenkopf, sondern alle Kommunen im Hinterland, deren Einwohner und KFZ-Gewerbe vollkommen unnötig zeitliche und organisatorische Mehraufwände aufgebürdet werden. Gerade von KFZ Betrieben, die sich im Moment sowieso in einer schwierigen Situation befinden, sind immer wieder Klagen aufgrund der Wartezeiten für einen Termin zu hören. Eine Öffnung der Außenstelle in Biedenkopf würde hier eine enorme Hilfe darstellen, um sowohl die Belastung der Mitarbeiter in der KFZ-Zulassungsstelle in Marburg, als auch die Wartezeiten der Kunden zu reduzieren und eine schnellere Bearbeitung zu ermöglichen.

Mit entsprechenden organisatorischen Vorgaben, wie sie z.T. auch in der Zulassungsstelle in Marburg gelten wie z.B.

    • Einlass nur nach vorheriger Terminvereinbarung und ausreichendem zeitlichen Abstand zwischen den Terminen
    • Begrenzung des Wartebereiches auf eine der Fläche angemessene Personenzahl
    • Markierung entsprechender Abstandsflächen im Wartebereich

lässt sich auch in den Räumlichkeiten in Biedenkopf ein Betrieb mit einem auf ein Minimum reduzierten Infektionsrisiko darstellen. Da die Räume der Zulassungsstelle über 2 separate Ein- und Ausgänge verfügen wäre sogar eine Einbahnstraßenregelung möglich, um „Begegnungsverkehr“ im Wartebereich zu vermeiden.

Selbst unter ungünstigsten räumlichen Bedingungen haben es heimische Unternehmen und Gewerbetreibende geschafft, funktionierende Hygienekonzepte zu erstellen, die ihnen eine Wiedereröffnung ihres Betriebs ermöglicht haben. Hierzu sollte auch der Landkreis unter den gegebenen räumlichen Voraussetzungen in der Lage sein.

Zum Zeitpunkt der Kreistagssitzung, als der 1. Kreisbeigeordneten M. Zachow auf nicht gegebene infektiologische Voraussetzungen verwies, die einer Wiedereröffnung im Wege stünden, waren lediglich 5 aktive Infektionen im Landkreis vorhanden. Stand 11.07.2020 war die die Infektionszahl sogar auf 0 gesunken.
Angesichts der äußerst positiven Entwicklung der letzten Wochen auf nicht gegebene infektiologische Voraussetzungen zu verweisen ist schlichtweg nicht nachvollziehbar.

Es entsteht hier der Eindruck, als ob man im Zuge der Corona Krise versuchen möchte die KFZ Zulassungsstelle komplett zu schließen, frei nach dem Motto: „Es ging ja jetzt solange auch ohne die Außenstelle Biedenkopf gut, dann können wir ja gleich ganz schließen“ Nachdem im Laufe der vergangenen Jahre bereits das Gesundheits- und das Bauamt komplett nach Marburg verlegt wurden, wäre die KFZ Zulassungsstelle womöglich die nächste Dienstleistung / das nächste Amt die / das nicht mehr bürgernah im Hinterland verfügbar wäre.


Aus Gründen der Risikoreduzierung wäre es sogar sinnvoll die Zulassungsstelle in Biedenkopf wieder zu eröffnen. Im Falle einer Corona Infektion in der Zulassungsstelle in Marburg wäre dadurch eine sofortige Alternative verfügbar. Dieses Konzept der Aufteilung von Abteilungen auf verschiedene Standorte wurde von zahlreichen Unternehmen so praktiziert, um einen schlagartigen Ausfall einer ganzen Abteilung aufgrund einer Corona Infektion zu vermeiden.

Wir bitten daher alle Hinterländer Gemeinden und deren Bürgermeister, sich beim Landkreis für eine umgehende Wiedereröffnung der Zulassungsstelle in Biedenkopf einzusetzen, im Sinne aller Hinterländer Bürger und Betriebe.